IU Incubator DIGITASA
Pulsbefragung zur Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit aus Perspektive der Praxis
Projektbeschreibung
Im Forschungsprojekt DIGITASA werden seit 2021 die vielschichtigen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Soziale Arbeit untersucht. Sozialarbeitende agieren heute in einem Spannungsfeld: Einerseits sind sie mit den digitalisierten Lebenswelten ihrer Adressat:innen konfrontiert, von der Nutzung von Chatbots bis hin zu digitalen Exklusionsmechanismen. Andererseits eröffnen digitale Technologien und ihre Implementierung neue Möglichkeiten für die Unterstützungsprozesse selbst, beispielsweise durch Assistenzsysteme, Dokumentationssoftware oder KI-basierte Anwendungen. DIGITASA nimmt diese Entwicklungen in den Blick, um Chancen und Herausforderungen für die Profession Soziale Arbeit zu identifizieren.
Das Projekt verfolgt das Ziel, ein umfassendes Bild der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit zu zeichnen und einen Beitrag zur Gestaltung des digitalen Wandels in diesem Feld zu leisten. Konkret bedeutet dies:
Zu ermitteln, welche Technologien in der Praxis der Sozialen Arbeit tatsächlich zum Einsatz kommen.
Die Erfahrungen, Haltungen, Kompetenzen und Urteile von Fach- und Führungskräften in Bezug auf die Digitalisierung zu erheben und zu analysieren.
Den Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis zu fördern, um die Ergebnisse des Projekts nutzbar zu machen.
Im Kern stellt sich die Frage: Welche Chancen und Risiken ergeben sich durch die Digitalisierung für die Soziale Arbeit aus Sicht der Praktiker:innen? Wie können digitale Technologien so eingesetzt werden, dass sie den Zugang zu sozialen Dienstleistungen verbessern und gleichzeitig ethische Standards gewahrt werden?
Um diese Fragen fundiert zu beantworten, setzt DIGITASA auf einen Mixed-Methods-Ansatz. Eine bundesweite Online-Befragung von Fachkräften der Sozialen Arbeit liefert quantitative Daten zur Nutzung digitaler Technologien und den damit verbundenen Erfahrungen. Ergänzend dazu werden Fokusgruppeninterviews geführt, um die quantitativen Ergebnisse zu vertiefen und ein differenziertes Bild der Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung zu erhalten. Das Projekt kooperiert mit verschiedenen Wohlfahrts- und Fachverbänden, um eine möglichst vielfältige Stichprobe zu erreichen und die Ergebnisse in der Praxis zu verankern.
In der Projektphase 2025-2027 stehen die Themen Künstliche Intelligenz und Digital Literacy im Fokus. Angesichts der rasanten technologischen Entwicklungen ist es das Ziel, eine aktuelle empirische Grundlage für die Gestaltung von Digitalisierungsstrategien in der Sozialen Arbeit zu schaffen. DIGITASA möchte den Diskurs um die ethischen und praktischen Implikationen neuer Technologien fördern und dazu beitragen, dass die Digitalisierung zum Wohle der Adressat:innen und der Fachkräfte gestaltet wird.
Weitere Informationen finden Sie auf www.digitasa.de
Dauer des Projekts
04/2025 - 03/2027
Weitere Infos
IU Incubator
Diverse Fach- und Wohlfahrtsverbände u.a.
Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe
Bundesarbeitsgemeinschaft Individualpädagogik
Bundesverband Lebenshilfe
DER PARITÄTISCHE Schleswig-Holstein
Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen
Diakonie Baden
Evangelischer Erziehungsverband
Matthies, A., Sailer, J., Tetens, J. & Wahren, J. (im Erscheinen). “Manches wird vorausgesetzt, was nicht für alle gilt”. Teilhabeprozesse in der digitalen Transformation aus Sicht von Sozialarbeitenden. In M. Opielka & C. Erfurth (Hrsg.), Soziale Digitalisierung. Springer VS.
Matthies, A., Tetens, J., Wahren, J. & Sailer, J. (2024). Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit als Strategie gegen den Fachkräftemangel? Prognosen, Erfahrungen und Bedingungen aus der Perspektive der Praxis. In J. Franz, C. Spatscheck & A. van Rießen (Hrsg.), Fachkräftemangel und De-Professionalisierung in der Sozialen Arbeit: Analysen, Bearbeitungsweisen und Strategien (Bd. 27, 235–250). Barbara Budrich.
Tetens, J., Wahren, J. (2024). Soziale Arbeit als Akteurin digitaler Transformationsprozesse - Perspektiven Sozialarbeitender auf die Digitalisierung (in) der Sozialen Arbeit, Vortrag auf der DGSA-Jahrestagung in Jena.
Matthies, A., Tetens, J., Wahren, J. (2024). Perspektiven Sozialarbeitender auf Digitalisierungsprozesse - Teilhabeverbesserung von Adressat:innen vs. Arbeitsentgrenzung? Soziale Arbeit 5/2024, 177-184.
Matthies, A., Tetens, J. & Wahren, J. (2023). Zwischen Arbeitserleichterung und De-Professionalisierungsgefahr. Perspektiven auf Stand und Auswirkungen der Digitalisierung in Einrichtungen der Sozialen Arbeit. Sozial Extra, 47 (3), 158–164.
Matthies, A., Tetens, J. (2021). Digitalisierung in Einrichtungen der Sozialen Arbeit - Erste Ergebnisse der Pulsbefragung DIGITASA, Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung Gesellschaftlicher Wandel: Herausforderungen und Perspektiven für die Soziale Arbeit am Campus Hannover der IU Internationale Hochschule.
Prof. Dr. Jakob Tetens
Prof. Dr. Jakob Tetens (jakob.tetens@iu.org)
Professor für Soziale Arbeit
Jakob Tetens ist Professor für Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule am Campus Bremen. Der Diplom Erziehungswissenschaftler ist Mitglied im Evangelischen Erziehungsverband und in der Fachgruppe „Soziale Arbeit und Digitalisierung“ der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. das Management sozialer Organisationen sowie Digitalität und Soziale Arbeit.
Prof. Dr. Juliane Wahren (juliane.wahren@iu.org)
Professorin für Soziale Arbeit
Juliane Wahren ist Professorin für Soziale Arbeit an der IU Internationale Hochschule am Campus Berlin und besitzt ein Diplom in Sozialer Arbeit sowie einen Master in Klinischer Sozialarbeit. Sie ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit sowie der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen und hat an deren Arbeitshilfe „Digitalisierung im Gesundheits- und Sozialwesen“ mitgewirkt.
Prof.in Dr.in Annemarie Matthies
Professorin für Bildungswissenschaften
Annemarie Matthies ist Professorin für Bildungswissenschaften an der Hochschule Merseburg. Die promovierte Soziologin ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit und der Sektion Bildungssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Ihre Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind u.a. Bildung, Teilhabe und Digitalität.
Prof. Dr. Jan Sailer
Professor für Soziale Arbeit und Digitalität
Jan Sailer ist Professor für Soziale Arbeit und Digitalität an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart. Er ist promovierter Philosoph und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit. Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind u.a. Ethik und Theorien der Sozialen Arbeit sowie Digitalität.
