Projektbeschreibung
Gestationsdiabetes mellitus (GDM) ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt und sich nach der Geburt meist wieder zurückbildet. In Deutschland ist etwa jede zehnte Schwangerschaft davon betroffen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Fälle seit Jahren weltweit an.
Für viele Frauen endet das gesundheitliche Risiko jedoch nicht mit der Geburt: Nach einer Schwangerschaft mit Gestationsdiabetes entwickeln 30 bis 40 Prozent später erneut eine Glukosetoleranzstörung, und ihr Risiko für einen Typ-2-Diabetes ist deutlich erhöht. Besonders hoch ist dieses Risiko in den ersten Jahren nach der Schwangerschaft. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist erhöht.
Obwohl bekannt ist, dass zwischen Gestationsdiabetes und Typ-2-Diabetes enge Zusammenhänge bestehen, ist bislang nicht ausreichend geklärt, welche Faktoren das spätere Erkrankungsrisiko besonders stark beeinflussen. Genau hier setzt das Projekt an.
Ziel des Projekts
Ziel des Projekts ist es, besser zu verstehen, wie das Glukoseprofil während der Schwangerschaft gemeinsam mit weiteren Risikofaktoren mit dem Risiko für einen postpartalen Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes zusammenhängt. Dabei sollen routinemäßig erhobene Schwangerschaftsdaten genutzt werden, um relevante Einflussfaktoren und mögliche Zusammenhänge mit postpartalen Stoffwechselstörungen zu identifizieren.
Darüber hinaus untersucht das Projekt die Versorgungssituation von Frauen mit Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft als auch in der Nachsorgesituation. So sollen Versorgungslücken sichtbar gemacht und konkrete Handlungsempfehlungen für die Prävention und Nachsorge entwickelt werden.
Fragestellung
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie sich Hinweise aus der Schwangerschaft für eine frühzeitige Risikoeinschätzung und gezielte Prävention nutzen lassen:
Welche Bedeutung hat die Ausprägung der Glukosetoleranzstörung in der Schwangerschaft für das Risiko, später einen Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes zu entwickeln?
Lassen sich anhand von Routinedaten aus der Schwangerschaft Frauen mit unterschiedlichem Risiko identifizieren?
Wie gut ist die Versorgungssituation von Frauen mit Gestationsdiabetes in der Schwangerschaft und in der Nachsorgesituation, und wo besteht Verbesserungsbedarf?
Nutzen des Projekts
Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, Frauen nach Gestationsdiabetes früher und gezielter zu unterstützen. Durch die Identifikation von Risikogruppen können Präventionsangebote künftig besser auf unterschiedliche Bedarfe zugeschnitten werden. Langfristig soll dies dazu beitragen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken und die Nachsorge nach Gestationsdiabetes zu verbessern — insbesondere für Frauen, die bisher nur unzureichend erreicht werden.
24 Monate